Mittwoch, 27. Januar 2016

Maderbiss - Zündkabel reparieren

Bei meinem Auto hat wieder mal der Mader zugebissen. Hatte er beim letzten Mal nur ein Zündkabel durchgebissen, schien es dem Viech dieses Mal besser zu schmecken, und es hat gleich zwei Kabel zerfranst.

Kompliment an dieser Stelle an Skoda bzw. dem VW Konzern! Obwohl nur zwei von 4 Zylinder in Betrieb waren, lies sich das Auto starten und eine Heimfahrt war möglich. Bergauf waren zwar nur 20-30km/h möglich aber auf der Ebene doch 80km/h. Das Automatikgetriebe schaltet jedoch in diesem Zustand nicht mehr so butterweich, weil einfach die gespeicherte Drehmomentkurve nicht mehr mit der tatsächlichen übereinstimmt.

Nun wollte ich es dem Auto nicht zumuten, in diesem Zustand die nächsten Tage, bis die Ersatzteile eintreffen, rumzufahren.  Eines will ich aber noch gesagt haben:

DAS IST KEINE DAUERHAFTE LÖSUNG

Es hat schon einen Grund warum die Kabel zu den Zündkerzen so dick isoliert sind. Da liegen bei beim Zünden mehr als 1000Volt an. 
Sind, so wie bei mir, mehrere Kabel betroffen, dürfen diese nicht vertauscht werden. Jedes Kabel muss zu dem dafür vorgesehenen Zylinder verlegt sein. Bitte macht so eine Reparatur nur wenn ihr mit der prinzipiellen Funktionsweise eines Ottomotors vertraut seid und löten könnt!

Da ich zum Glück versichert bin, werden bei mir nur originale Ersatzteile verbaut. Wäre ich das nicht, soviel ich weiß kostet ein derartiges Ersatzkabel über 100,- , würde ich echt über den Einbau einer Meterware nachdenken.

Aber nun zur präventiven Reparatur. Das Originale Kabel löten geht leider nicht. Die Litzen lassen sich einfach nicht mit Zinn benetzen und somit scheidet diese Lösung aus.
Von meiner Moped-Zeit, in der noch jugendlicher Leichtsinn meine Welt regierte, kannte ich diese Zündkerzenstecker die sich mit einem Gewinde auf das Zündkabel drehen lassen.
Wenn man das Kabel schon nicht löten kann, eine stinknormale Holzschraube lässt sich aber mit Zinn benetzen. Wofür die Spax alles gut sein können :-)
Verwendet habe ich 3x16er Schrauben, aber keine Edelstahl!
Diese müssen mit einem passenden Schraubendreher in die Seele des Kabels eingeschraubt werden. Nach Möglichkeit sollte danach mit dem Durchgangsprüfer überprüft werden ob zwischen Innenleiter und Schraube ein Kontakt besteht. Für die nachträgliche Isolierung habe ich vorher einen Schrumpfschlauch auf das restliche Zündkabel geschoben.














Wenn die Schrauben in beide Kabelenden eingeschraubt sind kann auch schon verlötet werden. Als Kabel habe ich ein Litzenkabel eines Netzsteckers verwendet. An den Kabelquerschnitt gibt es keine großartigen Anforderungen. Von 0,1-1,5mm² ist alles ok. Einen steifen Draht würde ich allerdings nicht nehmen.
Das erste wäre geschafft.  Nun folgt das zweite.
Zum Isolieren wird der Schrumpfschlauch über die geflickte Stelle geschoben und mit der Heißluftpistole geschrumpft.














Da ich ein kleiner Angsthase bin, habe ich die Stellen der Schraubenköpfe noch mit Klebeband überklebt. Prinzipiell sollte keine Feuchtigkeit zu den Kabeln gelangen. Ich rate daher die Kontaktstellen doppelt mit Schrumpfschlauch zu überziehen. Noch besser wäre natürlich einen selbst abdichtenden Schrumpfschlauch zu verwenden. Regen ist jedoch bei uns in den nächsten Tagen kein Thema und somit habe ich auf diesen Schritt verzichtet.















Jetzt schnurrt mein Auto wieder wie eine Miezekatze!

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